Was sind Softairwaffen?

Softairwaffen, teilweise auch Airsoft-Waffen genannt, sind Waffennachbildungen, die entweder mit Luft- oder mit Gasdruck funktionieren. In der Regel sind sie so maßstabsgetreu nachgebaut, dass ein Laie nicht erkennen kann, ob es sich um ein Spielzeug oder eine echte Waffe handelt. Allerdings wird hierbei mit Plastikkugeln geschossen, die ein Kaliber von fünfeinhalb oder sechs Millimetern aufweisen. Und wenn mit den Waffen unsachgemäß umgegangen wird, kann es zu schweren Augenverletzungen kommen. Als Alternative zu den Plastikkugeln können auch Farbkugeln oder eine sogenannte fluoreszierende Leuchtspurmunition verwendet werden.

Unterteilung der Munition

In spezialisierten Geschäften werden Softairwaffen in insgesamt drei Gruppen eingeteilt. Die Modelle, die eine sogenannte Beschussernergie unter 0,08 Joule erzeugen, werden als frei verkäufliches Spielzeug für Kinder angesehen. Bereits in dieser harmlosen Klasse werden originalgetreue Nachbildungen angeboten. Wer allerdings ein Modell mit einem maximalen Druck von 0,5 Joule kaufen will, muss mindestens 14 Jahre alt sein. Noch fallen solche Softairwaffen nicht unter das Waffengesetz und können von Menschen mit entsprechendem Alter frei erworben werden. Erst bei den stärksten Modellen mit bis zu 7,5 Joule wird ein sogenannter kleiner Waffenschein benötigt. Denn diese haben eine ähnliche Leistung wie auch Luftgewehr.

Welche Systeme gibt es?

Wie bereits erwähnt, werden im Handel verschiedene Softairwaffen zum Verkauf angeboten. Diese unterscheiden sich neben der oben erwähnten Beschussenergie auch durch die verbaute Mechanik. Die hierbei am häufigsten verwendeten Abkürzungen sind:

  • AEG = Automatic Electric Gun
  • S-AEG = Semi Automatic Electric Gun
  • CBB = Co2 Blow Back
  • GBB = Gas Blow Back und
  • NBB = Non Blow Back

Softairwaffen mit Federdruck

Softairwaffen, die mit einem Federdruck betrieben werden, verwenden die Energie einer sogenannten Schraubenfeder, die per Hand gespannt wird, um die in den Lauf eingelegte Munition zu beschleunigen. Der Schütze muss seine Waffe nach jedem Schuss neu spannen. Hierfür zieht er einen Ladehebel oder einen Schlitten nach hinten. Wenn die Feder gespannt ist, kann geschossen werden. Diese Softairwaffen sind vergleichsweise günstig.

Elektrische Softairwaffen (AEG und S-AEG)

Elektrische Softairwaffen sind in der Regel mit einem batteriebetriebenen Elektromotor ausgestattet. Dieser spannt über das Getriebe eine spezielle Schraubenfeder, an der sich ein Hubkolben befindet. Wenn der Abzug betätigt wird, wird die Luft wie bei einer herkömmlichen Luftpumpe komprimiert und es entsteht eine Druckluft, die die Munition beschleunigt. Moderne Modelle können diesen Vorgang bis zu 16 Mal in einer Sekunde wiederholen, wodurch 1200 Schüsse in der Minute möglich sind. Dadurch erhielten diese Waffen auch die Bezeichnung Automatic Electric Gun (automatische, elektrische Softairwaffe (AEG))

Softairwaffen, die mit Gas und Co2 betrieben werden

Mit Gas betriebene Softairwaffen nutzen unter Druck gesetztes Treibgas, um die eingelegte Munition beschleunigen zu können. Diese Modelle können grundsätzlich halb- und vollautomatisch schießen. Hierfür kommen folgende Gase zum Einsatz:

  • Propangas und
  • Red Gas

Bei sogenannten CO2-Waffen werden dagegen normale Zwölf-Gramm-CO2-Einwegkartuschen eingesetzt, um die Munition zu beschleunigen. Wie auch bei der Gas-Variante wird häufig auch der sogenannte Blow Back Effekt genutzt. Hierbei erhält der Schütze ein deutlich realistischeres Schießerlebnis.

Welche rechtlichen Bestimmungen gibt es im Umgang mit Softairwaffen?

Wie bereits erwähnt, sind Softairwaffen mit einer Beschussenergie unter 0,08 Joule frei verkäuflich, Modelle bis zu 1,4 Joule dürfen erst ab 14 Jahren erworben werden. Und für noch stärkere Softairwaffen wird ein kleiner Waffenschein benötigt. Neben der Geschossenergie spielt auch das Aussehen eine Rolle. Denn wenn eine Softairwaffe täuschend echt aussieht, kann es unter Umständen zu Problemen kommen. Nämlich zum Beispiel dann, wenn die Polizei denkt, es handelt sich um eine echte Pistole oder um ein echtes Gewehr.

In diesem Zusammenhang wird auch von sogenannten Anscheinswaffen gesprochen. In speziellen Vorgaben ist geregelt, dass keine Gegenstände in der Öffentlichkeit mitgeführt werden dürfen, die echten Waffen sehr ähnlich sehen. Wird gegen diese Vorschriften verstoßen, wird dies zumeist als Ordnungswidrigkeit angesehen und mit einem Bußgeld geahndet. Der Transport von Softairwaffen darf nur in geschlossenen Behältern erfolgen. Während dieser Zeit müssen sie so aufbewahrt werden, dass nicht ohne Weiteres auf sie zugegriffen werden kann. Am besten wird die Waffe separat von der Munition transportiert.

Wofür steht das F auf einer Softairwaffe?

Wie bereits erwähnt, dürfen Jugendliche und Kinder lediglich Softairwaffen besitzen und nutzen, die eine maximale Geschossenergie von 0,5 Joule erzeugen können. Modelle mit mehr Leistung dürfen erst ab 18 Jahren erworben werden. Zudem sind solche Waffen mit einem F im Fünfeck und an allen relevanten Zubehörteilen (beispielsweise am Schalldämpfer) versehen. Sie dürfen nicht an Jugendliche verkauft werden. Im nahen Ausland sieht das leider etwas anders aus.

In der Tschechischen Republik etwa werden Softairwaffen (Pistolen wie auch Gewehre) auf den sogenannten Vietnamesen-Märkten zum Verkauf angeboten. Und das zumeist auch noch zu deutlich niedrigeren Preisen als hierzulande. Im Schnitt können in Tschechien Softairwaffen für fünf bis zehn Euro weniger erhalten werden. Zudem ist dort nicht das oben erwähnte F-Zeichen vorgeschrieben. Dadurch kann der Käufer nicht wissen, ob sich die Energie noch in dem erlaubten Bereich befindet. Und das kann gerade bei Kindern sehr gefährlich werden. Aus diesem Grund werden Softairwaffen aus der Tschechischen Republik, sofern sie entdeckt werden, an der deutschen Grenze sichergestellt.

Auch wenn im Ausland etwas weniger für diese bezahlt werden muss, sollte aus Sicherheitsaspekten auf den Kauf verzichtet werden. Fünf oder zehn Euro sind nicht besonders viel Geld, sofern auch Spritkosten anfallen. Zudem steht der etwas geringere Preis in keinem Verhältnis zu dem möglichen Ärger, der auf den Käufer wartet.

Wo darf mit Softairwaffen geschossen werden?

Mit Softairwaffen darf nur an Plätzen geschossen werden, an denen dies eindeutig gestattet ist. Werden sie auf dem eigenen Grundstück verwendet, dürfen die Kugeln dieses nicht verlassen. Allerdings kann mit Softairwaffen zumeist sowieso nur über eine Entfernung von fünf Metern präzise geschossen werden.

Wofür nutzt man Softairwaffen?

Softairwaffen können vielseitig verwendet werden. Häufig werden mit ihnen unterschiedliche militärische Situationen nachgestellt. Hierbei stehen sich zwei oder auch mehr Teams gegenüber und müssen im Vorfeld festgelegte Aufgaben erledigen. Häufig muss die Fahne der Gegner gestohlen werden, ohne sich dabei treffen zu lassen. In Japan werden sogar Wettkämpfe abgehalten, bei denen auf Scheiben geschossen wird. Zudem eignen sich die harmlosen Gewehre und Pistolen mit der geringsten Beschussenergie auch für Jugendliche zum Spielen.

Allerdings sollten auch diese niemals auf das Gesicht eines Menschen oder Tieres gehalten werden. Denn dadurch könnte es im schlimmsten Fall zu Augenverletzungen kommen. Mittlerweile finden in Deutschland regelmäßig Treffen statt, auf denen sich die Teilnehmer über Softairwaffen austauschen und ihre eigenen Modelle präsentieren können. Und auch Waffensammler sind teilweise zu echten Fans geworden. Denn häufig ähneln die Waffen echten Pistolen und Gewehren sehr stark. Leider werden sie daher auch immer Mal wieder für Überfälle verwendet, da sie sehr günstig sind und einfach gekauft werden können. Und nicht selten werden die teilweise sehr exakten Nachbildungen auch von der Polizei als echte Waffen wahrgenommen, was durchaus zu Problemen führen kann.